
In der heutigen schnelllebigen Welt ist vieles vergänglich. Digitale Kanäle und KI beschleunigen diese Entwicklung nochmal deutlich. Viele Inhalte werden nur noch überflogen, durchgescrollt oder gleich geskippt. Wie wird man als Marke dennoch gesehen? Und wie schafft man noch eine echte Auseinandersetzung mit der Materie?
Der Trend geht wieder hin zum Echten.
Handwerk boomt, Manufakturen bauen aus, Qualitätsmarken wachsen und längere Texte werden am liebsten wieder schwarz auf weiss gelesen. Tatsächlich ist die Leselust in der Schweiz seit der Pandemie gestiegen: Laut einer aktuellen Studie ist sie sogar europäische Spitzenreiterin im Lesen – 78% halten dabei am liebsten noch ganz klassisch ein Buch in der Hand, beim Hörbuch sind es nur 14%. Das Rezept dafür ist zum einen recht einfach und zum andern doch wieder eine Herausforderung. Wir brauchen eine anständige und ansprechende Qualität auf beiden Ebenen – Inhalt und Form. Bei gut gemachter Kommunikation (egal ob Branding, Werbung oder Content) sind dabei zwei Dimensionen zentral: die Qualität der Idee und die Qualität der Umsetzung.
Zeitgemässe oder zeitlose Qualität.
Ohne kluge Strategie, ein durchdachtes Konzept oder eine echte Kreatividee wird man gnadenlos ausgesiebt – da helfen auch Provokation, Witz oder Geld nicht gross weiter. Selbst aufwendige Produktionen mit magerem Inhalt werden von den heutigen smarten Konsument:innen schnell entlarvt. Auf der zweiten Ebene braucht es aber nach wie vor das Handwerkliche. Man spürt es einfach, ob sich jemand Mühe gegeben hat. Gute Ideen sind zwar mittelmässig umgesetzt immer noch halbwegs gut, werden aber nicht wirklich ernst genommen oder gehen schnell wieder vergessen. Etwas Liebe und Handwerk machen es möglich, zeitlose Markenarbeit zu schaffen, die länger hält.
Hauptsache, die Qualität stimmt.
Es braucht also nach wie vor beide Dimensionen: schlaue und relevante Inhalte mit Mehrwert genauso wie eine klare Umsetzung und ein gutes Design. Der Wert des «Selbstgemachten» wird gerade mit KI umso wichtiger und gefragter – das Handgemachte, Durchdachte, Imperfekte, Kreative, Echte, vermeintlich Abnormale, Überdurchschnittliche macht den Unterschied, der Marken differenziert und deren Persönlichkeit spürbar vermittelt. So folgen laut der aktuellen Trendstudie 2025 von Jim&Jim und CH Media 61% der Generation «Always on» Marken auf Social Media wegen authentischer Inhalte. Das kommt noch weit vor Wissen und lustigem Content!
Welcome back, Weck-Glas!
Das äussert sich gerade auch in mehreren Trends und Comebacks lange Totgeglaubter – vor allem bei der digital-smarten Jugend. Sie schätzt das schöne, haptische Feeling eines wertigen Booklets, «lismet» ihre eigenen Schals, liebt Hausgemachtes und bevorzugt den persönlichen Austausch gegenüber Remote-Meetings. Analogkameras mit klassischem Rollfilm und Platten im Regal zeichnen wieder die wahren Kenner aus, Pop-up-Stores und -Gastronomie überzeugen weiterhin mit ihrem realen Livecharakter, und das Plakatland Schweiz findet Plakate weiterhin cool, wenn man die Menschen auf der Strasse danach fragt.
Sowohl als auch.
Am Schluss heisst es also nicht analog vs. digital oder Mensch vs. KI, sondern: Hauptsache, gut gemacht! Beide Welten können friedlich nebeneinander koexistieren und ihre wahren Stärken und echten Charakterzüge ausspielen – als Podcast oder Hardcover-Roman, als Spotify-Playlist oder Plattensammlung, übers iPhone oder mit der Analogkamera.
Quellen
Galaxus-Studie, 2025,
78% der Schweizer*innen lesen Bücher
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Trendstudie 2025, Jim&Jim und CH Media,
61% der Jugendlichen folgen Marken auf Social Media wegen authentischen Inhalten
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